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Seelsorgebereich:Karfreitag: Gott bleibt im Leid an unserer Seite

Karfreitag
Datum:
Veröffentlicht: 3.4.26
Von:
Red

Karfreitag führt uns die dunklen Seiten des Lebens vor Augen.
Täglich hören wir von Krieg, Gewalt, Unrecht, Hunger und Zerstörung. Aber auch in unserem persönlichen Umfeld erleben wir immer wieder Verletzungen, Hass, Wut, Ausgrenzung und Sprachlosigkeit. Vieles von dem, was Menschen einander antun, macht traurig und fassungslos.

In der Leidensgeschichte Jesu begegnet uns genau diese Wirklichkeit: Ein Unschuldiger wird verurteilt, ein Freund verrät, Macht setzt sich gegen Wahrheit durch, ein Mensch wird verspottet, gequält und ans Kreuz gebracht. Karfreitag beschönigt nichts. Er nimmt das Leiden ernst und schaut dem Schmerz ins Gesicht.

Und doch bleibt die Passionsgeschichte nicht bei Trauer und Tod stehen. Im Johannesevangelium klingt im letzten Wort Jesu – „Es ist vollbracht“ – nicht nur Verzweiflung, sondern auch Vollendung und Vertrauen an. Gerade im Dunkel wird sichtbar: Gott ist nicht fern. In Jesus geht er selbst hinein in menschliche Not, in Angst, Ohnmacht und Tod. Er leidet nicht nur mit, sondern trägt mit, hält aus und bleibt gegenwärtig.

Karfreitag ist darum nicht nur ein Tag der Klage, sondern auch ein Tag der Hoffnung: Selbst im Schwersten sind wir nicht verlassen. Gott ist da — auch im Dunkel.