Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zu Aschermittwoch

Den Beginn der österlichen Bußzeit, der Fastenzeit zeichnet die Asche aus, mit der uns heute im Gottesdienst ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird. Zwei Worte könnte ich dabei verwenden: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“ Oder: „ Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zu-rückkehren wirst.“ Beide Sätze haben ihren Sinn. Das erste Wort entstammt der Predigt Jesu. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr, eigentlich eine Zeit des Umdenkens. Das griechische Wort „metanoeite“ heißt zu deutsch: „denkt um,
denkt darüber hinaus, schaut hinter die Dinge.“ Wie wär’s, wenn wir in diesen Tagen auf Ostern hin immer wieder mal bewusst unser Denken in den Blick nehmen? Wird mein Denken der Wirklichkeit gerecht, das frag‘ ich mich in der letzten Zeit immer wieder und merke, ich muss ein neues Denken einüben, damit manches im Leben bei mir anders wird. Ich möchte lernen hinter die Dinge zu schauen, auf den Grund allen Seins. Denn dort entdecke auch ich in alltäglichen Dingen, besonders aber in der Sorge und der Liebe guter Menschen,
Gott. Dann das zweite Wort: „Mensch bedenke, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst!“ Wir alle sind Erdlinge, „adamos“, vergänglich - ein jeder von uns, da beißt die Maus keinen Faden ab! Der Gedanke daran, dass wir sterblich sind, hat unsere Ahnen
vor Hochmut bewahrt: Mensch behalte die Bodenhaftung! Und gerade dieses Wissen um unsere Endlichkeit, um unseren Tod kann auch dazu führen, dass wir bewusster leben. Ich weiß nicht, ob sie die Karikatur kennen: Charly und Snoopy sitzen auf dem Steg eines Sees; Charly sagt: „Eines Tages werden wir sterben!“ Und Snoopy antwortet ihm: „Ja, eines Tages, aber alle anderen Tage nicht!“ Ich wünsch‘ uns allen, dass die kommenden Wochen uns wieder neu bewusst machen, dass alles und ein jeder von uns endlich ist; ich wünsche uns aber auch, dass wir wissen und spüren dürfen, dass unser Leben trotz-dem Ewigkeitswert hat. Dass wir auf Grund dessen intensiver leben, dass wir den Geschmack des Lebens in seiner Fülle neu entdecken und wieder beginnen unsere ganz persönliche Lebensspur in diese Welt einzugraben.