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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zu Heilige Familie

Heilige Familie 2009
Datum:
Veröffentlicht: 28.12.25
Von:
Pater Dieter Putzer

Weihnachten ist, für mich wenigstens, ohne die Weihnachtskrippe nicht denkbar. Sie wissen aber vielleicht auch, dass die ersten Krippendarstellungen nicht identisch sind, mit dem, was wir seit Jahrhunderten so selbstverständlich kennen. Bei den ersten Darstellungen fehlen Maria und Josef an der Krippe, dafür aber sind neben dem Futtertrog, in dem das neugeborene Gotteskind liegt, Ochs und Esel platziert. Der Grund dafür ist im Buch des Propheten Jesaja zu finden, dort kann man‘s nachlesen:  „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ (1,3) Ochs und Esel – Tiere, deren Namen man schon mal als Schimpfworte benutzt, haben scheinbar mehr kapiert, haben mehr Einsicht als das Volk Israel … Mit der Zeit hat man dann auch die Eltern Jesu mit dem Kind zusammen an der Krippe positioniert. Das Kind im Futtertrog, daneben die Mutter, den Josef und dazu Ochs und Esel. Das vertraute Bild weckt bei vielen noch heute ein rührseliges, romantisches Gefühl. Eigentlich aber ist es für diese Welt doch stinkepeinlich, – und das im wahrsten Sinn des Wortes! – dass dem Gesandten Gottes keine Tür offensteht außer einer Stalltür. Haben sie darüber schon einmal nachgedacht? Zum Glück jedoch hat Gott selbst das akzeptiert – unseretwegen! – und hat sich nicht beleidigt und enttäuscht in seinen Himmel zurückgezogen! Wenn er sich damals dort mit einem Viehunterstand zufriedengegeben hat, dann akzeptiert er wohl auch unser Leben, deins und meins, das ja auch nie so recht in Ordnung ist; Wir haben schon Glück mit ihm, unserem Gott.