Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zu Neujahr

Spürten sie in den letzten Tagen, und je näher Silvester und Neujahr rückten auch immer wieder diese Sehnsucht und diese Hoffnung, dass mit dem Jahreswechsel auch etwas Neues auf uns zukommt? Intuitiv erwarte ich in diesen Tagen etwas Neues, auch wenn ich eigentlich genau weiß, dass sich, nur, weil der Sekundenzeiger in eine neue Zähleinheit hinüberspringt nicht alles von einer Minute auf die andere, alles anders wird. Wir bleiben im Großen und Ganzen die alten und werden weiterhin von unseren Lebensmustern geprägt sein und auch die Umstände, in denen wir oft leben, ändern sich nicht einfach so … Aber nichts desto trotz übt das Neue eine gewisse Faszination aus – ist’s nur eine Illusion? Nein, denn wir dürfen den Verheißungen trauen! Jesus hat seine Jünger immer wieder für das Neue begeistert und der Gott, an dem wir uns festmachen ist ein Gott, der alles neu macht. Über den Propheten Jesaja lässt er den Menschen ausrichten:
„Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (43,19). Gott schafft das Neue in uns und um uns herum, ich trau‘ ihm das einfach zu! Anselm Grün schreibt einmal in einem seiner Bücher: „Das neue blüht auf, wenn wir uns mit dem Alten aussöhnen.“ Und der Advent hat uns dafür ein wunderschönes Bildwort mitgegeben: Aus dem abgehauenen Baumstumpf bricht ein frischer Trieb hervor (Jes 11,1) Viel zu oft schleppen wir das Alte wie eine Last mit uns herum: „Hätte ich doch oder hätte ich bloß nicht oder wäre ich doch oder wäre ich doch nicht … Vor lauter „hätte“ und „wäre“ kommen wir nicht zur Ruhe und auch nicht weiter.
Dabei könnte uns jede Vergangenheit auch zum Erfahrungsschatz werden, aus dem wir schöpfen können. Paulus schreibt einmal: „Ist einer in Christus, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen. Siehe, es ist neu geworden“ (2 Kor 5,17). Ich möchte das mal ein wenig mehr ausprobieren …