Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zu Stephanus

Weihnachten, das „Fest der Deutschen Seele“, wie es mein geistlicher Begleiter einmal nannte, das Fest der Feste, weil es so sehr unsere Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Heimat, nach menschlicher Nähe und manch‘ anderes anspricht. Weihnachten tut gut, wenigstens denen, die’s auch wirklich feiern können. Für andere ist es manchmal auch schon eine Herausforderung Weihnachten, egal wie man’s sieht und wie man’s feiert oder ob man’s überhaupt feiert, die Zusage Gottes steht auf alle Fälle: Ich bin da und ich bin da für euch, für jeden von euch! Das gilt! Aber dann am zweiten Weihnachtstag die kalte Dusche. Plötzlich finden wir uns in der knallharten Realität des Lebens wieder … Das Tuch der Kirche färbt sich rot. Wir feiern heute Stephanus, laut der Überlieferung einer der ersten, der sein Leben für seinen Glauben an Jesus, den Christus, hingegeben hat. Für seine Überzeugung, dass dieser Jesus von Nazareth der Gesandte Gottes ist, der Messias, der Retter, wird der junge Mann ermordet. Es geht an Weihnachten nicht nur um ein schönes, gutes Gefühl, es geht auch darum, dass wir wissen, dass uns der Glaube an dieses Gotteskind, später an den erwachsenen Christus, ab und an herausfordert;
Es braucht auch ab und an den Mut, sich zu ihm zu bekennen, für ihn, Christus, einzustehen. Alex Kühner beschreibt in einem seiner Bücher einmal dazu folgendes: An einem Karfreitag wurde der alte Husarengeneral von Ziethen zur Tafel Friedrichs des Großen geladen.
Der General aber ging an diesem Tag zum Abendmahl. Er ließ sich deshalb beim König entschuldigen. Nicht lange danach ludt ihn der König wieder ein: »Nun, Ziethen, wie ist Ihm das Abendmahl am Karfreitag bekommen? Hat Er den Leib und das Blut Christi auch
ordentlich verdaut?« Alles lachte. Von Ziethen aber stand auf, trat vor den König und sprach mit fester Stimme: »Eure königliche Majestät wissen, dass ich im Krieg keine Gefahr gescheut habe. Wenn's nütze ist und mein König befiehlt, so lege ich mein graues Haupt zu seinen Füßen. Aber es gibt einen über uns, der ist mehr als Eure königliche Majestät. Das ist der Heiland der Welt. Den Heiligen lasse ich nicht antasten und verhöhnen; denn auf ihm beruht mein Glaube, mein Trost und meine Hoffnung im Leben und im Sterben.«
Allgemeine Bestürzung im Saal. Der König aber stand auf und sagte bewegt: »Glücklicher von Ziethen! Ich habe allen Respekt vor deinem Glauben. Es soll nicht wieder vorkommen.« aus: Axel Kühner, Überlebensgeschichten für jeden Tag. Verlag Aussaat 2001.
Bekennermut hat Axel Kühner diese Begebenheit überschrieben; Gebe Gott auch uns zur rechten Zeit diesen Mut uns zu ihm zu
bekennen!