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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 2. Fastensonntag

8136_by_martin_manigatterer_pfarrbriefservice
Datum:
Veröffentlicht: 3.3.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Was sichert uns den Lebensweg ab? Wo kommt unsere Sicherheit her? Wer oder was gibt uns das Gefühl sicher im Leben zu stehen?
Diese Fragen sind alles andere als unerheblich; Wir Menschen alle haben – angefangen vom Kleinkind bis hinauf ins hohe Alter – wir alle
haben ein enormes Bedürfnis nach Sicherheiten. Uns als Team wurde in der Vorbereitung – vor allem durch die beiden Textpassagen aus dem Buch Genesis und dem Evangelium schnell klar, dass dazu unser Motto passt: Was sichert uns den Lebensweg ab? In der Lesung geht’s um Abram, der von Gott – den er übrigens bis dato gar nicht kannte - einen eigentlich verrückten Auftrag
bekommt: „Zieh weg …“ 75 Jahre ist Abram alt, sagt die Bibel; für die damalige Zeit ein Mammutalter! „Zieh weg …“ betrete im wahrsten Sinn des Wortes „Neuland“. Wie gesagt, eine verrückte Herausforderung. Aber zu dieser Herausforderung kommt auch eine Zusage: „Abram, und ich werde dich segnen und du sollst ein Segen sein!“ Ein Mann im Mammutalter mit einer Mammutaufgabe und Gott sichert ihn ab … „Ich will dich segnen!“ Und: „Ich werde dich zu einem großen Volk machen … durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“ Woh! Das ist eine Zusage für einen alten Mann, der nicht mal eigene Nachkommen hat! Und Abram, so beschreibt es die Bibel scheint keine Sekunde zu zögern, er macht sich auf den Weg, zieht zusammen mit seinem ganzen Gesinde und seinem Neffen Lot und dessen Familie fort von Haran. Für mich ist das eine der schönsten Stellen des Alten Testaments, noch dazu eine, von der man sagen kann, das gilt ja auch für uns heute. Wenn wir den Text nachher als Lesung hören, darf sich jeder von uns ganz persönlich angesprochen fühlen: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“ für die anderen. Ein Segen sein, egal wo – und manchmal sind es nur die kleinen Dinge und die kleinen Orte, wo das geht: In der Familie, bei Freunden, am Arbeitsplatz. Vielleicht merken wir ja selber, dass uns das da oder dort gut gelingt, ein Segen zu sein für andere. Am Ende des Gottesdienstes, kurz vor dem Segen – und das hat sich
bei mir festgesetzt, kommt der Dieter manchmal mit einem hebräischen Wort, mit einer Deutung daher: „Berakha“ oder „baruch“, das hebräische Wort für „segnen“, das eben auch „ins Leben schieben“ bedeuten kann. Gott schiebt mit an im Leben. Bei jedem und in jeder Situation. Ein treffendes Bild! Und genau so können wir es auch für uns verstehen, wenn wir Segen sein wollen: Wir können auch mit anschieben bei anderen, dass das Leben besser klappt. Füreinander da sein – auch das vermittel ganz viel Sicherheit; vom Segen Gottes, bis hin zu der Tatsache, dass wir Segen sind füreinander.