Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 2. Sonntag nach Weihnachten

Eine gute Bekannte von mir, Erzieherin im Kindergarten eines sozialen Brennpunkts, - ihre Kinder waren alles andere als „Waisenknaben“-, erfuhr, dass sie mit einem Buben schwanger ist. Mit ihrem Mann entstand eine spannende Diskussion um den Namen für den Kleinen. Ich hab’s so ein wenig am Rande mitbekommen … Stefan ihr Mann hat „Jonas“ vorgeschlagen; Sie: Geht auf keinen Fall, ich hab‘ einen Jonas in der Gruppe, nein, geht gar nicht! Er denkt in eine andere Richtung: Maximilian? Sie: Nein, auch der Name kommt nicht in Frage! Und so ging’s weiter … Viele Namen, die ihr Mann vorschlug, erinnerten sie an Kinder, mit denen sie keine guten Erfahrungen gemacht hat – und so soll ihr kleiner Sohn auf keinem Fall heißen … Die Sache mit der Namenswahl war also gar nicht so einfach! Verständlich ist das!
Wir bringen ja, schnell Namen ganz konkret mit Menschen und die Erfahrungen, die wir mit ihnen gemacht haben, in Verbindung – und viele Erfahrungen, die wir mit anderen machen, sind alles andere als gut – das prägt uns! In der Nazizeit bekamen viele Jungs den Vornamen „Adolf“, nach Kriegsende sank die Beliebtheit des Namens rasant – und sie wissen, warum! (Heute wird der Name Adolf nur noch etwa 15-mal pro Jahr in Deutschland vergeben – und dann meist als Zweitname). „Nomen est omen“ – sagt der Lateiner – der Name ist ein Zeichen, ein Programm – und das gilt! Heute, an diesem Wochenende, feiern wir den Namen Jesu. Auch da passt dieses Wort: „Nomen est omen“, der Name ist Programm. Denn Jesus, im Hebräischen Jehoschua, ist nicht nur ein Name, dahinter steckt eine Deutung. Und das ist wichtig für uns: Eine Deutung, ein Programm ganz zu unseren Gunsten!