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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 3. Sonntag im Jahreskreis

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Datum:
Veröffentlicht: 26.1.26
Von:
Pater Dieter Putzer

„Und los geht’s!“ Es gibt Menschen, die’s Leben und alles, was sich im Leben tut, im „Hau ruck – Verfahren“ angehen. Eigentlich bewundere ich diesen Typus Mensch. Mir ist aber auch klar, dass diese Vorgehensweise manchmal ein zu schnelles und wenig
reflektiertes Handeln impliziert. Dann gibt ’s den eher zögerlichen Typen, der denkt, nachdenkt, manchmal zu viel und deswegen nicht so recht in die Pötte kommt. Ich denke, ein guter Mittelweg zwischen den beiden, wär’s eigentlich … Zu welchem Typen würden Sie sich rechnen? Jede Art hat ihre Vorteile, ihre Vorzüge … Immer stehen ja kleinere oder größere Entscheidungen an, die oftmals auch weitreichend sind und die Zukunft prägen, weil sie uns in eine bestimmte Richtung, in eine bestimmte Spur bringen. Auch Jesus von Nazareth hat – davon ist heute im Evangelium die Rede – eine folgenschwere Entscheidung getroffen. Er ist raus aus seinem bekannten Umfeld, hat sein kleines Heimatdorf Nazareth, in dem er bisher lebte, für immer verlassen und hat Kafarnaum als sein neues Zuhause gewählt, hat neue Kontakte geknüpft, sprich: Neu begonnen. Warum ausgerechnet diese kleine und doch multikulturelle, auch multireligiöse Stadt am See von Galiläa? Wenn ich darüber nachdenke, stell‘ ich fest: Jesus hatte echt Mut und zeigte ein wirklich couragiertes Verhalten – Respekt! Mir kommt ein Kollege in den Sinn, der immer dann, wenn wir die Geburtstagsgratulationen in der Pfarrei verteilt haben, im Vorfeld die Namensliste unendlich lang studiert hat und sich dann erst entschied, zu wem er geht und zu wem nicht. Als ich ihn ´mal fragte, was das ganze Prozedere soll, bekam ich zur Antwort: „Ich bin doch nicht blöd und geh zu Leuten, die nicht
wissen, wer ich bin!“ Jesus hat es gewagt, couragiert und – in Bayern würde man sagen: „Mit Schneid“ -, auf Menschen zuzugehen, denn immer lag ihm der Mensch am Herzen …