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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum Ostermontag

Oster 2011
Datum:
Veröffentlicht: 6.4.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Schwestern und Brüder, jeder, der einigermaßen fit ist in punkto Ostergottesdienste, kennt das Evangelium, das jedes Jahr am zweiten Ostertag verkündet wird: Die Emmauserzählung des Lukas. Lukas, aber das wissen sie vielleicht auch, ist der Evangelist des „Weges“, da sind die Hauptfiguren, die Protagonisten immer auf dem Weg, unterwegs. So heute die beiden Jünger, die quasi auf der Flucht
sind, weg von Jerusalem, von dem Ort, der für sie so vieles zunichte gemacht hat. Ich mag diese Erzählung, denn ich find‘ mich da wieder, in der Situation der beiden, in ihrem Verhalten, auch in der Art und Weise, wie der dritte, der sich ihnen zugesellt, sich verhält;
die Emmauserzählung ist weit mehr als nur eine Geschichte! Und deswegen berührt sie mich auch. Die beiden Freunde Jesu, von denen da heute die Rede ist, einen Namen kennen wir: Kleopas, sie sind verzweifelt und ihre Verzweiflung führt sie dazu, dass sie in ihren Gedanken so sehr gefangen sind, dass sie gar nicht so recht mitbekommen, dass da plötzlich ein Dritter mit ihnen geht und vor allem, sie merken nicht, wer es ist, der mit ihnen unterwegs ist ... Und erst viel später, am Abend, beim Essen, erkennen sie ihn. „Brannte uns nicht das Herz als er mit uns unterwegs  war, mit uns sprach?“ werden sie später zueinander sagen.  Kennen sie das, kenn‘ ich das?
Dass wir wie verhaftet, wie gefangen sind in einer Thematik, in dem, was in uns die Fragen nach dem Sinn, die Frage nach „Warum“ und nach dem „Wieso jetzt das?“, hochstochern lässt? Die Gefahr ist in solchen Momenten des Lebens groß, dass man die Welt nur noch aus dieser einen Perspektive heraus sieht, dass man’s gar nicht mehr wagt zu glauben, dass so manches auch aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet werden kann. Dass manche Situation vielleicht ganz anders wahrgenommen werden kann. Die beiden, die da nach Emmaus unterwegs sind, machen mir vor allem eines deutlich: Höre auf das, was du tief drinnen in dir spürst, nämlich ein lebendiges Herz,
eins, das dich und mich ahnen und hoffen lässt, dass alles gut wird.