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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum Palmsonntag

Predigt_PP_Palmsonntag_2026
Datum:
Veröffentlicht: 31.3.26
Von:
Pater Dieter Putzer

„Bin ich ein Esel!“ Von meiner Mutter hörte ich dieses Wort öfter mal, wenn sie was verschusselt oder versemmelt hat. „Bin ich ein Esel!“
Ich bin froh, dass Steppke heute wieder da ist. Inzwischen gehört er zu unseren Palmsonntagsgottesdiensten schon dazu, wie das „Amen in der Kirche“ … Ich vermute auch mal, dass er seinen Auftritt durchaus genießt und vielleicht ist er ja auch ein wenig stolz, wenigstens am Beginn des Gottesdienstes die Hauptrolle spielen zu dürfen – ich jedenfalls wäre in einer solch wichtigen Position mächtig stolz! Aber ich bin nicht der Esel, sondern nur der Priester … Schwestern und Brüder, jedes Jahr beginnen wir den Palmsonntagsgottesdienstvor der Kirche und hören dabei das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem. Wir hören von jubelnden Leuten, die am Straßenrand stehen und mit Palmwedeln oder Zweigen von irgendwelchen Büschen winken, so wie wir mit den entsprechenden Fähnchen winken würden, wenn ein hoher Staatsgast im Autokorso durch Bamberg fahren würde. Nur bei Jesus ist es keine gepanzerte Limousine, sondern ein Esel, das Lasttier über Jahrtausende hin. Und dieser Esel, damals dort in Jerusalem, spielt im wahrsten Sinn des Wortes eine tragende Rolle! Auf ihm reitet Jesus in die Heilige Stadt ein. Bewusst wählt er dieses einfache Lastentier. Und erfüllt damit das Wort des Propheten Sacharja:
"Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin." (9,9).
Mit einem Esel zieht man nicht in eine Schlacht. Ein Esel ist kein Reittier für einen siegreichen Helden, geschweige denn für einen König.
Der Esel ist – wie gesagt – seit Urzeiten das Lastentier einfacher Leute, sagen wir: alltäglich – aber wichtig!