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Seelsorgebereich:Nachgedacht - 5. Sonntag der Osterzeit

Weg
1. Euer Herz lasse sich nicht verwirren! (Joh 14,1) 2. Im Hause meines Vater gibt es viele Wohnungen! (Joh 14,2) 3.Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! (Joh 14, 6)
Datum:
Veröffentlicht: 3.5.26
Von:
Red.

1. "Euer Herz lasse sich nicht verwirren"

So heißt es im Evangelium des Johannes, das gegen Ende des 1. Jahrhunderts entstanden ist, also Jahrzehnte nach dem Leben Jesu. Und die Gemeinde des Johannes befand sich damals wirklich in Verwirrung: Enttäuschungen in der Mission, Bedrängnis von außen, Konflikte und Abfall in den eigenen Reihen. In diese Situation hinein verkündet der Evangelist einen Jesus, der spricht:

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!“

Und dies gilt auch uns heute: Gerade in diesen Monaten, in denen Kriege, politische Spannungen (zwischen den USA und der Bundesrepublik), wirtschaftliche Sorgen und ein rauer werdender Ton in unserer Gesellschaft viele Menschen verunsichern, da trifft dieses Evangelium auch einen Nerv unserer Zeit.

„Euer Herz lasse sich trotz allem nicht verwirren!“

Das kann erst einmal wie eine billige Vertröstung klingen – klar.
Jesus und seine Botschaft bewahren uns ja eben nicht vor Leid, Unglück, Ängsten oder Krankheit.

Aber die Botschaft Jesu, die Botschaft der Nähe Gottes, die Botschaft vom liebenden Gott, kann uns helfen, mit Situationen von Angst, von Unentschlossenheit, von Zweifel, von Unsicherheit anders umzugehen, damit unsere Lebensqualität erhalten bleibt und wir nicht resignieren.

Wir können viele Umstände unseres Lebens nicht ändern.
Aber die Art und Weise, wie wir auf diese Umstände reagieren, können wir mitgestalten.

Zum Beispiel: Manche Menschen haben mit dem Älterwerden große Schwierigkeiten und werden missmutig; andere werden gelassen und gelöst. Dahinter steht nicht immer, aber oft auch eine Haltung, eine innere Entscheidung.

Oder: Bei manchen führt eine Krankheit dazu, dass sie nur noch darauf schauen, was im Moment oder langfristig nicht mehr geht. Sie klagen und resignieren. Andere schaffen es, trotz und mit Krankheit das in den Blick zu nehmen, was alles noch geht. Und sind dafür dankbar.

Unser Glaube will uns die Kraft schenken, bei allem, was uns widerfährt, das nicht aus dem Blick zu verlieren, was das Leben trotzdem lebenswert macht. Deshalb ist Glaube auch immer Geschenk.
„Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“

 2. „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“

Ein weiteres starkes Wort schenkt Jesus mit der Zusage: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Bei Gott ist Raum — genügend Raum - für die Verwundeten, die Zweifelnden, die Suchenden, für alle, die nicht alles verstehen können. Wir müssen unser Leben nicht selbst endgültig absichern. Wir sind erwartet. Wir haben Zukunft bei Gott.

 3. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“

Und wenn Thomas fragt: „Wie können wir den Weg kennen?“, und Jesus antwortet: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
Dann heißt das nicht: Christen hätten immer eine einfache Antwort auf alles.
Aber es heißt:

Wir haben in Christus eine Richtung. Einen, an dem wir uns halten und dadurch festhalten können. Einen, der uns zeigt, wie Gott ist: barmherzig, treu, den Menschen guten Willens nahe.