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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 2. Ostersonntag

Firmung 2010
Datum:
Veröffentlicht: 12.4.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Schwestern und Brüder, so wie ich an jedem Ostermontag die Emmauserzählung im Gottesdienst verkünde – und ich mag diese Erzählung, denn ich finde darin so viel eigenes Leben wieder – so scheint jedes Jahr der Sonntag am Ende der Osteroktav, sprich also heute, fest für einem der Jünger Jesu reserviert zu sein. Und, ich bin überzeugt, wenn sie den Namen dieses Jüngers hören: „Thomas“, kommt ihnen auch der Zusatz: „der Zweifler“ in den Sinn. Wenn ich ehrlich bin, ich bin froh und dankbar dafür, dass der Evangelist Johannes diesen Thomas mit seiner Schwierigkeit zu glauben, zu vertrauen nicht einfach unter den Teppich gekehrt hat, sondern dass er einen festen Platz hat in dem, was wir Evangelium, „Frohe Botschaft“ nennen. Angefangen mit der Gefangennahme und schließlich mit der der Kreuzigung Jesu wurden die Jünger von einer Minute auf die andere ins Chaos gestürzt. Wir kennen die Abfolge und: „Na ja, ist halt so …“, feiern wir doch jedes Jahr … Für die Freunde und Freundinnen Jesu damals dort, war damit volles Chaos angesagt: Jenes Durcheinander aus Angst und nicht mehr Weiterwissen, Erschrecken, Enttäuschung, Trauer und jetzt, wo‘s so langsam durchsickert: Aber er lebt doch! Weil die Ersten glaubhaft versichern: Doch, wir sind ihm begegnet … bricht sich vorsichtig das Staunen die Bahn. Diesem: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ stand sicher auch ebenbürtig der Zweifel gegenüber: „Aber tot ist doch tot?“ Dass der auferstandene Herr sich auf den Zweifel des Thomas
einlässt, das passt so ganz und gar zu ihm und auf dieses: „Bevor ich nicht meine Hände in seine Wunden lege, will ich‘s nie und nimmer glauben!“ des Thomas, bekommt er eine extra Portion Zuneigung! Hand auf’s Herz, der Zweifel des Thomas hat sich weit mehr als nur gelohnt!