Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 29. Sonntag im Jahreskreis

Letzten Donnerstag haben wir den Gedenktag einer Frau gefeiert, die zwar schon im 16. Jahrhundert gelebt hat, die ich aber heute noch aufgrund ihres Lebens und ihrer Spiritualität sehr schätze: Theresia von Avila. Ich hab‘ ihre Biographie mehr als nur einmal gelesen, ich mag ihre Gedanken, die sehr lebensnah und zuversichtlich sind und hab‘ von ihrer Spiritualität so einiges für mich selber „abgekupfert“ … Ein Wort, ein Lied, dass ich immer wieder mal vor mich hinsumme – und ich bin überzeugt, einige von ihnen kennen’s: „Nada te turbe, nada te spante“ zu deutsch: „Nichts soll dich verwirren, nichts soll dich erschrecken“. Bei ihrem Tod fand man in ihrem Gebetbuch einen Zettel mit diesem „Nada te turbe“. Reichlich abgegriffen und vermutlich viel benutzt. Der ganze Text lautet: „Nichts soll dich verwirren,
nichts soll dich erschrecken, alles geht vorüber Gott zieht nicht um Die Geduld erreicht alles, und wer Gott hat, dem fehlt nichts:
Gott allein genügt.“ Affirmationen nennt die Psychologie solche Worte – Starkmacher … Es waren vermutlich nicht allein die Worte, die Theresia Mut gemacht haben. Und auch nicht nur die Erfahrung, dass alles irgendwann vorübergeht und es manchmal halt nur viel Geduld braucht. Ich glaube, es war ihr tiefes Vertrauen in Gott. Mich berührt besonders ein Satz in diesem Text: „Dios no se muda. Gott zieht nicht um“.Heißt ja: Gott bleibt bei Dir. Er geht nicht weg – was immer auch geschieht: Er macht sich nicht aus dem Staub. Die Worte einer Theresia faszinieren mich und machen mir und uns allen bewusst: Geh du mutig aufrechten Ganges durch die Welt, lass dich nicht klein machen und in keine Ecke drängen, begegne jedem Menschen auf Augenhöhe und immer noch respektvoll und freundlich; nicht übertrieben, einfach freundlich … Mit anderen Worten sei widerständig und loyal. Loyal dem gegenüber, was du meinst von der Botschaft Jesu verstanden zu haben und widerständig, überall da wo du den Eindruck hast, dass mir jemand absichtlich auf die Zehen sappt.