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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 4. Ostersonntag

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Datum:
Veröffentlicht: 28.4.26
Von:
Pater Dieter Putzer

„Zwei Worte öffnen dir im Leben so manche Tür: Drücken und Ziehen.“ Der Witz ist wahrscheinlich schon so alt, wie die Erfindung der
Tür. „Drücken und Ziehen“, wenn’s das nur wäre? Wie oft rennt man gegen eine Türe, weil man nicht weiß wie sie aufgeht?
Drücken – ziehen – schieben – Bewegungssensor - einen Knopf drücken? Die Technik heute macht viel mehr möglich als nur „Drücken und Ziehen“. Türen - sie spielen im Leben, auch wenn wir sie kaum wahrnehmen, eine große Rolle: jeder von uns hat sie allein
heute schon x-mal benutzt … Türen spielen auch in unserem Glauben eine nicht unerhebliche Rolle; Sie erinnern sich an das vergangene Jahr. Da stand eine bestimmte Tür, besser eine Pforte für viele Katholiken im Mittelpunkt, weltweit, die „Heilige Pforte“ im Petersdom in Rom. Bei dieser Tür, bei dieser Pforte fällt ein Detail auf, das sie mit den meisten alten Kirchen in Rom und übrigens sogar mit dem
Dom in Bamberg gemeinsam hat. Sie geht nach innen auf. Kirchentüren mussten jahrhundertelang nach innen aufgehen,
heißt letztlich: „Ich darf bei Gott, im wahrsten Sinne des Wortes, mit der Tür ins Haus fallen“. Heute geht das aus Brandschutzgründen nicht mehr, aber an den alten Kirchen sehen wir es noch. Am Bamberger Dom ist es das Fürstenportal. Die Tür, das große Portal geht nach innen auf und öffnet uns einen Weg in die Sicherheit und Geborgenheit Gottes. „Ich bin die Tür“ sagt Jesus. Unter all den sogenannten „ego eimi – Reden“ das eigenartigste Wort - oder? Er ist die Tür zum Stall, besser zur Hürde. Zur Zeit Jesu haben die Hirten aus groben, großen Steinen runde Hürden für ihre Tiere gebaut, obendrauf Dorngestrüpp. So etwas wie eine Tür, ein Gatter, gab es nicht. Der Hirte lag während Nacht im Eingangsbereich, so dass sowohl Diebe als auch Wölfe oder Schakale, wenn sie in die
Hürde einbrechen wollten, zuerst einmal den Hirten überwältigen mussten. „Ich bin die Tür“ heißt dann mit anderen Worten: Ich vermittle euch Sicherheit und ich beschütze euch – sprich rein in die Hürde. Aber auch: Und ich führ‘ euch ins Weite hinaus – am
Morgen, raus aus der Hürde. „Ich bin die Tür“ – auch wenn es bei dem Bild-Wort um einen alltäglichen Gegenstand, wie eine Tür geht, das Wort „Ich bin dir Tür“ hat etwas!