Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 5. Ostersonntag

Sie kennen die Popballade von Bette Middler: "God is watching you from a distance!"? Das Lied stellt einen Gott vor, der uns aus der Ferne beobachtet. Er ist da oben, wir sind da unten. Er ist ganz groß, wir sind ganz klein. Der Refrain des Liedes hat mich immer so
ein wenig gestört. Was soll ich mit einem Gott, der mich von der Distanz aus beobachtet? Interessieren ihn die Dinge, die mich
beschäftigen? Jesus vermittelt uns im Johannesevangelium in seiner Abschiedsrede ein anderes Bild "Wer mich sieht, sieht den
Vater.", sagt er zu Philippus … Gott kann den Menschen doch kaum näher kommen als in seinem Christus, der unser Schicksal mit uns teilte. Er weiß ums Leben, da ist keine Distanz. Und wenn Jesus sagt, dass durch alle, die an ihn glauben, Gott erfahrbar wird, dann rückt Gott im Johannesevangelium noch näher. Wenn ich anfange, in mir nach ihm zu suchen, ist Jesu Ratschlag hilfreich: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Und der Blick auf sein Leben und Handeln ist der Kompass für meine Gottessuche. Jesus hat damals dort den Jüngern Mut gemacht, Zuversicht zugesprochen, bevor er die greifbare Wirklichkeit verlässt. Kein Grund, sich verwirren zu lassen, meint er. Und damit schenkt er mir und dir heute Mut und Zuversicht, wenn ich mal wieder nicht weiß, woran ich mich festhalten soll.