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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum Gründonnerstag

Ölberg
Datum:
Veröffentlicht: 2.4.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Mit diesem Abend heute steigen wir in die Osterfeierlichkeit dieses Jahres ein: Mit einem Mahl nimmt Jesus Abschied von seinen
Freunden und setzt dabei noch ein ganz gewichtiges Zeichen, er wäscht ihnen die Füße; Danach zieht er sich mit den drei engsten Freunden ins Kidrontal zurück; er wird kurz darauf dort verhaftet. Es kommt die Nacht über zu einem Schauprozess vor dem
Hohen Rat. Tags darauf dann vor Pilatus, dem römischen Statthalter, der verurteilt ihn schließlich auf massiven Druck der jüdischen Geistlichkeit zum Tod am Kreuz. Jesus schleppt den Querbalken zur Hinrichtungsstätte und wir dort gekreuzigt. Wenige Stunden später stirbt er qualvoll am Kreuz. Nach rein menschlichem Ermessen würde hier alles enden, tot ist tot! Da beißt die Maus keinen Faden ab …
Aber jetzt kommt Gott noch einmal ins Spiel, wie er so oft anwesend war im Leben seines Christus. Diesem Gott, den Jesus seinen Vater nannte, hat er felsenfest vertraut – und Gott, sein Vater, lässt sich nicht lumpen! Nicht im Leben und erst recht nicht im Sterben seines Christus, und auch nicht in unserem Leben und in unserem Sterben, Schwester und Brüder! Nicht „impossible“, „unmöglich“, sondern „possible“, „möglich“, sagt er über alles menschliche Kalkül hinaus und handelt, holt seinen Christus aus dem Tod. Er lebt – Ostern!
Heute Abend richten wir unseren Blick in den Raum, in dem Jesus Abschied nimmt und zwei bedeutsame Zeichen setzt: Das Zeichen des Mahles unter dem er für alle Zeit bei denen sein wird, die in seinen Fußstapfen stehen und das Zeichen des Dienstes, als mahnendes Beispiel für die Seinen. Seltsam, ich bereite den Gottesdienst für heute Abend vor und hab die Fußwaschung, von der wir im Evangelium hören werden, im Blick, aber im Gedanken ein Wort aus einem bekannten Weihnachtslied: „Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget, sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget“.(GL 251 / 3: Jauchzet ihr Himmel …) Gott bückt sich in seinem Christus vor uns Menschen, er schaut zu uns auf und erweist uns exemplarisch an den Freunden Jesu damals dort einen Dienst der Liebe … Gott geht vor dem Menschen in die Knie … Mich fasziniert dieser Gedanke immer wieder, er macht mir bewusst, was wir unseren Gott wert sind!