Seelsorgebereich:Joh 3, 18: „Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet! ???
„Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.“ Dieser Satz aus dem Evangelium klingt zunächst hart, vielleicht sogar abschreckend. Doch wenn wir ihn im Zusammenhang der ganzen Botschaft Jesu hören, geht es nicht darum, dass Jesus Menschen verurteilt oder fallen lässt.
Das „Gericht“ besteht vielmehr darin, dass der Mensch sich der Liebe Gottes verschließen kann. Nicht Gott wendet sich ab — der Mensch kann sich abwenden.
Wer eine ausgestreckte Hand nicht ergreift, bleibt allein.
Wer eine offene Tür nicht durchschreitet, bleibt draußen.
Wer das Licht ablehnt, bleibt in der Dunkelheit.
Gott zwingt niemanden. Denn Liebe lässt sich nicht erzwingen. Vertrauen kann man nicht befehlen. Und Glaube ist immer Einladung — niemals Zwang.
Gott braucht uns nicht, um glücklich zu sein. Aber er will uns nahe sein. Er will für uns da sein: als Quelle der Kraft, als Ort des Trostes, als Halt in schweren Zeiten und als Hoffnung, wenn uns der Mut verlässt.
Darum ist der Glaube ein großes Geschenk. Nicht, weil wir dadurch besser wären als andere. Nicht, weil wir über andere urteilen dürften. Sondern weil wir in Gott eine Quelle haben, aus der wir leben dürfen.
Wer sich dieser Quelle bewusst verschließt, tut mir leid — nicht aus Überheblichkeit, sondern weil ich überzeugt bin: Wer Gott aus seinem Leben ausschließt, beraubt sich selbst einer großen Möglichkeit, Hoffnung, Frieden und Geborgenheit zu finden.
Gott lädt uns ein. Immer wieder.
Er streckt uns die Hand entgegen.
Er öffnet die Tür.
Er schenkt Licht.
An uns ist es, diese Einladung einfach anzunehmen.
Wir dürfen bei ihm auftanken, Kraft schöpfen, Mut fassen, ausruhen, Trost erfahren und Hoffnung finden.