Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 10. Sonntag im Jahreskreis

Ansehen haben, Schwestern und Brüder, das ist ein Thema unseres Lebens. In uns allen steckt eine große Sehnsucht danach, gesehen, beachtet und wahrgenommen zu werden. Und besonders wichtig sind uns die Blicke der Menschen, für die wir eine gewisse Bewunderung hegen, die wir mögen, zu denen wir vielleicht sogar „aufblicken“. Jetzt kommt es vielleicht nicht darauf an, dass viele Worte gemacht werden, es geht einfach nur darum dass man uns wahrnimmt, sei es im beruflichen Alltag, in der Freizeit, im
Freundes- oder Bekanntenkreis, da halt, wo’s Leben stattfindet. Und wie war das noch mit Matthäus und all den anderen Zöllern
in der Bibel? Sie kennen diese Typen, mit denen der anständige Jude nichts zu tun haben wollte. Und auch in diesem verhassten Typen steckt die Sehnsucht danach wahrgenommen und irgendwie respektiert zu werden. Von Jesus von Nazareth weiß man, dass er einen Blick hatte für solche Menschen. Dem Matthäus – ehemals Levi – jedenfalls hat er mit dem Ansehen, das er ihm schenkte, Hoffnung gemacht.
Matthäus hat wohl sofort begriffen: Die Freundschaft mit Jesus lässt sich weder mit Geld kaufen, noch kann man ihm schmeicheln, um seine Zuneigung zu gewinnen. Dieser Jesus von Nazareth hat einfach nur Interesse an ihm und bietet ihm von daher seine Freundschaft an.