Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 12. Sonntag im Jahreskreis

Er hatte schon den Hang zur Ironie und ich hab‘ viel davon übernommen, oft mit einem Schmunzeln! Ich erinnere mich an sein Wort: „Wenn’s wirklich ernst wird, reagiere ich zumeist mit einem entschiedenen vielleicht!“ Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber mich nervt es persönlich unwahrscheinlich, wenn ich mich nicht entscheide oder entscheiden kann, wenn ich mich so „wischi waschi“
erlebe. Meinem Vater war es immer wichtig, uns Kindern zu lernen, dass wir uns entscheiden und nicht in diesem „Schwebezustand“ verharren, der niemanden auch nur einen Schritt weiterbringt. Entscheidet euch, und wenn es die falsche Entscheidung war, dann revidieren, wenn’s möglich ist oder das Beste draus machen … Okay, es nicht immer einfach, „klare Kante“ zu zeigen, aber
dieses nicht „kalt und nicht heiß“, wie es die Bibel benennt (Offb 3, 15 – 16), dieses: Den Kopf in den Sand stecken und
abwarten, führt schon gleich gar nicht zu einem Ergebnis. Dieses „Nicht- ungefähr –sein“, dieses „sich eine eigene Meinung bilden“,
„Stellung beziehen“ und „Profil zeigen“, auch wenn ich dadurch angreifbar werde und verwundbar, das Evangelium von heute fordert uns dazu förmlich heraus! Ja, das braucht durchaus Mut und kostet manchmal auch Tränen, aber es führt auch dazu, dass ich ab und an voller Stolz auf mich schauen kann, weil mein „Ja ein Ja ist und mein Nein eben ein Nein“ (Mt 5, 37 ff). Eigenartig: 365 x sagt man, taucht in der Heiligen Schrift, in der Bibel das Wort: „Fürchtet euch nicht!“ auf – sprich für jeden Tag des Jahres einmal! Das wäre doch ein guter Grund mutig zu sein, überzeugt im Leben zu stehen und auch als Christ auch Profil zu zeigen!