Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 15. Sonntag im Jahreskreis

Ich mag Sinnsprüche, Sprichwörter, in ihnen steckt oft ganz viel komprimierte Lebensweisheit. Ich arbeite auch viel mit Worten – fast ausschließlich … Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ein zehnjähriger Bub mich – weil ich in der Kirche immer rede – als einen „Wortwerker“ bezeichnet hat, während sein Papa als Schreiner ein „Handwerker“ ist – der Kerl hat irgendwie den Nagel auf den
Kopf getroffen … Stimmt, ich arbeite mit Worten und weiß – aber da sag‘ ich auch ihnen überhaupt nichts Neues – Worte haben eine
unwahrscheinliche Macht, sie bewirken viel, lösen ganz viel bei uns Menschen aus; Denken sie an das Wort: „Du, ich mag dich!“ Oder: „Komm, das schaffst du!“ oder einfach nur: „Pass auf dich auf, denn du bist mir wichtig!“ Wir kennen die Kraft guter Worte! Aber wie Worte Gutes bei uns auslösen, können sie auch genau das Gegenteil bewirken, sie können uns klein- und niedermachen, wütend machen oder verärgern, gar verletzen und zerstören. Es gibt sie ja auch zur Genüge im Leben, diese zerstörerischen „Unworte“ …
Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein hat schon Recht, wenn er einmal sagte: „Jedes Wort macht eine Szene“! Vor ein paar Jahren gab es eine Umfrage nach den schönsten deutschen Worten. Auf Platz eins natürlich „Liebe“, dieses kleine große Wort, nur
durch ein „i“ vom Leben entfernt. Und dann folgten so angenehm klingende Worte wie „Geborgenheit", „Sehnsucht", oder „Nähe". Bei solchen Worten spürt man doch gleich, wie gut schon allein der Klang dieser Worte tut. „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott" so beginnt der sogenannte Prolog im Johannesevangelium; Jedes Jahr am ersten Weihnachtstag wird diese Perikope gelesen.
Das muss man sich mal vorstellen: Die Sprache als Gottesgabe, als ein Medium, das von Gott kommt, für die Menschen, damit wir uns besser verstehen. Damit wir einander Schönes und Liebes sagen können. Eben Worte wie: „Ich mag Dich" „Das schaffen wir miteinander"
„Ich denk an Dich, hab dich mitbei" „Pass gut auf Dich auf" Ich finde übrigens in den Heiligen Schriften eine Menge von Worten, die Gott von sich aus uns Menschen zusagt – und immer – und das ist wichtig - immer zu unseren Gunsten: Ganz vorne im Buch Genesis:
„Ich bin mit dir, wohin du auch gehst, ich behüte“ (28 Oder: „Schau her, ich hab deinen Namen eingeschrieben in meine Hand, du gehörst mir!“ (Jes) Oder im Neuen Testament, das letzte Wort im Matthäusevangelium: „Ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung der Weltzeit“ (28 f) Mutmachworte nenn‘ ich sie gern; Mutmachworte für unser Leben von IHM her …