Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 16. Sonntag im Jahreskreis

Kennen sie das, dass man mit zunehmendem Alter etwas gelassener wird? Was mich früher schon ‘mal auf die Palme gebracht hat und wogegen ich manchmal mächtig angekämpft habe, kann ich heute durchaus schon mal mit einem Schmunzeln betrachten und dabei denken: „net aufreg’n, des werd‘scho‘ werd’n!“ Richard Rohr spricht in einem seiner Bücher davon, dass unsere erste Lebenshälfte von der Devise „entweder – oder“ bestimmt ist. Man krempelt die Ärmel hoch, packt an, will vieles verändern und entscheidet ständig zwischen dem, was man als gut und angenehm oder als unpassend und gefährlich empfindet. In der zweiten Lebenshälfte bricht dann mehr so das Prinzip des „sowohl als auch“ durch und damit eine diese gewisse Gelassenheit. Man kann einiges durchaus nebeneinander stehen lassen. Und selbst Menschen, mit denen man nie so recht warm wird, dürfen sein: „Die gibt’s halt auch!“ Von dieser heiter gelassenen Dynamik ist auch das Wachsen des Gottesreiches bestimmt. Jesus weiß, dass die Gottesherrschaft nicht aufzuhalten ist, auch wenn’s ganz unscheinbar und klein beginnt. Das kleinste Korn, das Senfkorn, wird zum großen Baum. Und ein wenig Sauerteig durchwirkt schon gleich mal einen ganzen Trog Mehl. Letztendlich, sagt er, wird das Gute sich durchsetzen. In allem! Das möchte ich glauben …