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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zum 22. Sonntag im Jahreskreis

psalm_31_by_pia_schuettlohr_pfarrbriefservice
Datum:
Veröffentlicht: 31.8.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Rudi Carell, die etwas Älteren unter ihnen müssten ihn noch gut kennen, der sagte einmal: „Nachrichtensprecher fangen stets mit „Guten Abend“ an, und brauchen dann 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.“ Die tägliche Tagesschau oder die Rundschau am Abend waren für mich bisher ein Muss, man möchte ja wissen, was sich so tut auf der Welt. Aber ich kenne auch Menschen, oft auch junge Leute, die sagen: „Das kann ich mir nicht mehr anschauen, das schürt ja nur meine Lebensangst!“
Können Sie noch Nachrichten anschauen? Der Krieg in der Ukraine, im Nahen Osten. Mächtige spielen mit dem Leben der Menschen. Der trockene und heiße Sommer, Wälder brennen, Menschen verlieren ihr Zuhause, Hitzetote. Aber damit ist es offensichtlich nicht genug. Die Medien melden praktisch laufend irgendwelche Krisen und Katastrophen. Kein Anlass ist zu klein, um nicht noch etwas Bedrohliches daraus zu machen. Und wie ist das mit dem eigenen Leben? Kennen sie da auch Schreckensmeldungen in unterschiedlicher Weise? Kennen sie ganz persönlich die Situationen, die Erfahrungen, die sie beunruhigen, die ihnen Angst machen?
Schrecken, Besorgnis, Angst und wie gehe ich damit um? Auch wenn ich mich manchmal darüber ärgere, dass mich dieses oder jenes verunsichert, sogar ängstigt, ich darf nicht vergessen, dass die Angst auch ihr Gutes hat, sie macht vorsichtig, umsichtiger. Wunibald Müller sagte nicht umsonst: „Ich fürchte mich vor Menschen, die keine Angst haben!“ Müsste ich ganz schnell eine Antwort auf die Frage geben: „Wie gehst du mit deiner Angst um?“, ich würde vertraute Menschen, die mir nahestehen ins Feld führen und meinen Glauben an Gott, aber auch, dass ich mir schon oft über dies oder jenes Sorgen gemacht habe, die dann so nie eingetreten sind.
Wir haben unseren Gottesdienst unter das Psalmwort gestellt: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum!“ (31,9) Dieser eine Satz aus dem Psalm 31 ist für mich eine Art „Mutmachwort“, wie ich viele finde in den Heiligen Schriften, solche Worte helfen mir zu vertrauen. Gott mag es nicht, wenn das Leben seiner Menschen eng wird aufgrund von Angst und Unsicherheit und er liebt es, wenn wir unser Leben in größtmöglicher Freiheit gestalten können …