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Seelsorgebereich:Predigtgedanke von Pater Putzer zur Gemeindekirchweih zuhause in meinem Dorf

dornbusch-03_by_martin_manigatterer_pfarrbriefservice
Datum:
Veröffentlicht: 5.9.26
Von:
Pater Dieter Putzer

Ich besuch‘ Freitagabend ‘ne befreundete Familie, der Sohnemann mit seinen 4 Jahren muss trotz meines Besuches zu seiner festen Zeit ins Bett, da hilft alles protestieren nichts … Wir sitzen auf der Terrasse und versuchen ein wenig leiser zu reden, denn das Zimmerfenster von Sven ist offen, auf diesen Kompromiss haben sich seine Eltern eingelassen – wenn Kinder etwas können, dann verhandeln!
Natürlich kam die Rede auch auf ihn und dann sprachen wir drei Erwachsenen noch leiser und weil wir scheinbar zu leise geredet haben, kam aus dem Schlafzimmer auch schon die Frage: „Mama, Papa, seid ihr noch da?“ Meine Frage an die Eltern: Hat er Angst im Dunkeln? Die Mutter nickt, sagt aber gleich drauf: Er hat ein „Schlaflicht“ im Zimmer … „Mama, Papa, seid ihr noch da?“ Das bloße „Ja“ des Vaters hat den kleinen Kerl beruhigt. Szenenwechsel: Ich hab gedanklich einen guten Freund vor Augen, den das Leben schon seit längerem nicht grad mit Samthandschuhen anpackt, er hat mächtig zu kämpfen. Wir reden viel miteinander, auch wenn er sich schwer tut Dinge, die ihm auf der Seele lasten, beim Namen zu nennen, dazu braucht es manchmal echt viel Mut und es braucht vor allem Vertrauen. Viele Menschen hat er nicht, bei denen er die Karten offen auf den Tisch legen kann … Mir wird in beiden Szenen wieder einmal bewusst: Ich hab‘ schon verdammt viel Glück, dass ich Menschen in meiner Nähe habe, denen ich meine Lebenswahrheit ungeschminkt sagen kann – etwas, das frei macht und aufatmen lässt! Ich hab‘ Menschen, die da sind für mich Und ich weiß um einen Gott, der da ist, für mich und für dich, für alle seine Menschen. Und so wie gute Freunde von sich aus merken, was mit dem anderen los ist, so ist das auch mit Gott – meine feste Überzeugung! Wir denken immer: Vater unser im Himmel – weit weg … Erster Fehler! Zweiter Fehler: Wir meinen, wir müssten Gott zu uns, in unserer manchmal be-„scheidene“ Lebenssituation herunterbeten und herunterbetteln. Wir sind dran, wenn wir ihn brauchen … Ich hab‘ für den Gottesdienst heute hier eine Lesung ausgesucht, die ihr sicher alle kennt, nur, man hört sie und überhört sie und nimmt damit den Worten ihre Kraft – schade! Vielleicht mal gut hinhören …